Donnerstag, 7. Februar 2013
Frau Schavans Doktor
Jetzt hat die Universität Düsseldorf entschieden, dass Frau Schavan bei der Anfertigung ihrer Doktorarbeit gepfuscht hat.
Damals, als Herr zu Guttenberg das gleiche Vergehen vorgeworfen wurde, fand ich das gerecht. Seine Arbeit entstand mit copy and paste, große Teile waren auf diese Weise in seine Arbeit eingeflossen.
Frau Schavans Doktorarbeit entstand - wenn ich das richtig erinnere - in Zeiten, als man noch mit Schreibmaschine und Tip-Ex hantierte. An copy and paste war damals gar nicht zu denken. Auch meine Arbeit entstand in dieser mechanischen Zeit, aber ich würde mich nicht wundern, wenn auch sie einer Überprüfung nicht standhielte, trotz all meiner Bemühungen und Tausenden von Fußnoten. Manches Mal beobachte ich nämlich, dass ich mir fremdes Gedankengut zu eigen machte. Textpassagen, Gedanken, von denen ich überzeugt war, sie selbst gedacht und geschrieben zu haben, die ich dann, teilweise auf das Wort genau, bei einem anderen Autor finde. Da der es mir nicht gestohlen haben kann - mein Werk war noch nicht publiziert - hatte ich offenkundig dessen Gedanken gestohlen. Soetwas passiert. Man macht sich fremdes Gedankengut zuweilen zu eigen. Allerdings geschieht das in Maßen. Ich kann nun nicht beurteilen, wie hoch die Messlatte der Düsseldorfer Uni bei der Beurteilung lag. Ich weiß aber, dass ich froh bin, kein politisches Amt zu haben und dass ich "nur" Magister bin.

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