Mittwoch, 1. Oktober 2014
Eine sinnvolle Art, für die Krankheit ALS zu sensibilisieren ...
... ist, wenn man einen Roman zu diesem Thema liest, statt sich Eiswasser über den Kopf zu schütten und für eine Institution Geld zu generieren, die mehr als umstritten ist. Mit ihrem Medizin-Thriller Finaltherapie hat sich Tess Ansgard dieses Themas angenommen und verdeutlicht dessen Brisanz sehr eindringlich: denn wie so oft, wenn man sich mit der Diagnose einer tödlich verlaufenden Krankheit konfrontiert sieht, rückt auch das Thema Sterbehilfe in den Fokus.
Ich habe noch nie etwas von Tess Ansgard gehört, Finaltherapie scheint ihr erster Roman zu sein. Aber nach dieser vielversprechenden Lektüre hoffe ich sehr, bald mehr von ihr zu lesen!
Zum Inhalt:
Die Ärztin Sarah ist trotz einer neuen Liebe noch immer nicht über den Tod ihres ehemaligen Liebhabers Mark Fischer hinweg. Selbstmord, sagte die Polizei, doch das mochte Sarah nicht glauben. Über ein Jahr später versucht sie auf eigene Faust, das Rätsel um Marks Tod zu lösen. Und plötzlich geschehen um sie herum seltsame Dinge … Was zuerst wie ein handfester Verfolgungswahn aussieht, verdichtet sich nach und nach zu einer Bedrohung, die schließlich in eine Katastrophe mündet.

Wie gesagt, ALS ist ein großes Thema dieses Medizin-Thrillers. Und spätestens seit der Ice Bucket Challenge, die im Internet kursierte, ist die Krankheit jedem ein Begriff. Die schwindende Gewalt über den eigenen Körper, vor allem aber die Angst vor dem Ende bestimmen das Dasein der Betroffenen, der ALS-Kranken ebenso wie ihrer Angehörigen. In dieser aussichtslosen Situation steht der Wunsch nach Sterbehilfe der ärztlichen Pflicht zu heilen gegenüber. Welche fatalen Konsequenzen sich daraus ergeben können, beschreibt Tess Ansgard sehr eindrucksvoll.

Fazit: Hochaktuell, bewegend, erschreckend und sehr lesenswert!

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